Jetzt bin ich 50 Jahr alt, die einen sagen „boo… bist du alt“ und die anderen sagen „das ist der Anfang in ein neues Leben“

Was stimmt, liegt jetzt woll bei mir. Ich grinse in mich hinein, den alt fühle ich mich überhaupt nicht und auf den neuen Anfang, ja darauf könnte ich mich einlassen und darauf freuen. ABER wie es halt immer so ist, bevor was Neues in unser Leben kommt, muss erst mal was Altes gehen und ihr kennt das bestimmt, immer wieder heißt es „loslassen“. Ich kann es schon nicht mehr hören geschweige denn weiß ich noch, was ich den loslassen soll….

Seit geraumer Zeit spüre ich die ein oder anderen Symptome der Krankheit, die ich mir vor ca. 35 Jahren gewünscht habe. Damals hörte ich noch überhaupt nicht auf meinen Körper und es hat wirklich sehr, sehr lange gedauert bis ich angefangen habe auf meinen Körper zu hören und auf die einzelnen Symptome zu achten. Ganz akut wurde es dann als ich 26 Jahre alt war, da hat sich mein Körper so zu Wort gemeldet, dass ich hinhören und reinspüren musste, denn wenn ich es nicht getan hätte, säße ich vermutlich schon lange im Rollstuhl oder wäre schon wieder gegangen, sprich einfach gestorben.. auf ein Neues in einem weiteren Leben.

Noch eins und noch eins immer wieder. Wer jetzt nicht an die Wiedergeburt glaubt, kann diesen Satz nicht verstehen aber ich glaube daran, ich kann gar nicht anders, denn ich weiß es einfach. Ja ich weis, -kommt von Wissen- es und es ist einfach so!  Darauf kann ich nichts anderes sagen.

Ich habe immer und immer wieder versucht mich zurück zu erinnern. Als ich noch ganz klein war, war es mir völlig klar, dass wir nur Gast auf dieser Erde sind und das unserer Zeit begrenzt ist. Es war und ist mir völlig klar, dass wir unser Leben in vollem Bewusstsein leben sollten, denn…und das ist absolut sicher…wir werden wieder gehen also sterben und dann ist es doch eine ganz einfache Sache, das Leben, das wir haben so gut, so schön, so intensiv, so aus „vollem Herzen“ zu leben, wie wir nur können… ODER?

Ja ja, ich weiß, ich weiß das schreibt sich leicht, das sagt sich leicht und dann? Es ist leicht oder auch nicht, ganz so wie jede/r es selber für sich wahrhaben will. Ich habe beschlossen ZU LEBEN …wiedermal!!!!

Also loslassen, was nochmal..? Ich habe keine Ahnung, jetzt konzentriere ich mich mal auf ein „neues Leben“ nach den 50. Der Körper verändert sich, irgendwie, die Wahrnehmung verändert sich und doch ist alles genauso wie gestern, glaube ich. Jetzt versuche ich mal genau das zu tun was ich wirklich will…kennt Ihr das? Wisst Ihr was ihr genau wollt? Diese eine Frage ist so schwer zu beantworten, was will ich?  Wirklich, ehrlich, für mich, nur für mich???

Wer kann das schon aus dem Stegreif beantworten? Kannst du´s? Gratulation, ich noch nicht, ich habe immer noch, gleichzeitig die Gedanken dabei, was wird dann mein Mann sagen, kann ich das machen wegen der Kinder oder wie kommt das bei den Nachbarn oder Freunden an? Blöd gell, könnt Ihr mir diese eine Frage beantworten und was noch besser ist, wer macht das schon, wer lebt sein Leben schon so, wie er/sie es „wirklich“ will!

Ich sitze jetzt an diesem Schreibetisch vor meinem noch recht leeren Papier und weiß nicht recht was ich wirklich will…dabei suche ich schon seit so vielen Jahren….suchen….ja das ist es vermutlich, hör auf zu suchen, höre auf die innere Stimme und lausche mal was diese so sagt. Jetzt muss ich aber lachen. Auf die innere Stimme lauschen, habt ihr das schon mal probiert? also bei mir kommt da sofort auch der Verstand und quatscht dazwischen und dann ist es vorbei mit dem lauschen den ich kann nicht auseinander halten was ist die innere Stimme und was ist die im Außen, also die Stimme, die immer wieder Zweifelt und glaubt alles besser zu wissen, diejenige, die von den Anderen, Eltern, Nachbarn, Partner, Kinder und Medien gespeist wird. Die ist echt hartnäckig, ja die ist sogar hin und wieder zäh…

Also was jetzt, Meditation…ja ein gutes Hilfsmittel, stimmt mag ich aber grad nicht! Ich merke ich bin trotzig, warum bin ich trotzig? Wie ein kleines Mädchen dem ihr Wille nicht durchgeht. Als kleines Mädchen war ich nicht trotzig, das hatte keinen Zweck, meine Mutter war arbeiten und mein Vater betrunken…nicht das ihr glaubt, dass es für mich zu diesen Zeitpunkt schlimm war. Nein gar nicht. Ich war gerne mit meinem Papa unterwegs und das er betrunken war, war für mich ja normal also, der war immer ein lieber Papa, hat versucht alles für mich zu tun in seinem  Rahmen und er war immer für mich da. Ich habe ihn geliebt und das tue ich auch heute noch. Die Rollen waren woll hin und wieder vertauscht, wenn ich als 8 jährige ihn ins Bett gebracht habe…aber wenn er dann wieder nüchtern war, wer das mein Papa, mein allerbester Papa von der ganzen Welt….bis er mit nicht mal 55 Jahren gestorben ist…puh, da hätte ich ja nur noch knapp 5 Jahre zu leben. Wieder ein großer Grund mehr, ZU LEBEN!…